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© Tom Güldemann
[laut] Die Welt hören

2018 M06 8 19:00

Gespräch und Konzert

Sprachen bewahren

@ Haus Ungarn

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

auf Deutsch

Vor dem Ende dieses Jahrhunderts sind voraussichtlich die Hälfte der derzeit 7.000 weltweit gesprochenen Sprachen für immer verstummt. Die Menschheit verliert rasant ihre linguistische Vielfalt, und nicht dokumentierte Sprachen verschwinden ohne eine Spur zu hinterlassen.

Was bedeutet das immense Sprachsterben für unsere kulturelle Vielfalt? Mit welchen Techniken und Strategien reagieren Forscher auf diese Entwicklung? Von Papier und Bleistift über Tonaufnahmen zur Videokamera – wie werden Sprachen im 21. Jahrhundert dokumentiert? Themen und Fragen, die auch die Ausstellung [laut] Die Welt hören aufgreift.

Die Sprach- und MusikwissenschaftlerInnen Mandana Seyfeddinipur, Elisabeth Verhoeven, Tom Güldemann und Oliver Gerlach geben Einblicke in ihre Arbeit der Sprachdokumentation und zeigen neue Perspektiven auf das Phänomen Sprache auf.

Ein Lecture-Konzert mit einer Einführung von Gianni Belluscio und den Sängern Alberto Bellizzi und Samuel Bellizzi macht hörbar, welche Vielschichtigkeit mit der Sprach- und Gesangstradition der Arbëresh zu verschwinden droht. Zur Begrüßung spricht Sebastian Klotz, Kokurator der Ausstellung [laut] Die Welt hören und Leiter des Lautarchivs, das auch einige Aufnahmen des Arbëresh umfasst. Mandana Seyfeddinipur moderiert den Abend.

Anmeldung

Wir bitten um verbindliche Anmeldung. Aufgrund limitierter Kapazitäten können wir Ihnen einen Sitzplatz nur garantieren, wenn Sie Ihre Karte am Veranstaltungstag bis 18:45 Uhr abholen. Für spontane Gäste steht ab 18:45 Uhr ein begrenztes Kartenkontingent an der Abendkasse zur Verfügung.

Vorträge und Panel
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Unter dem Titel Die Geister, die ich rief … Der Zauberlehrling, Johann Wolfgang von Goethe zeigt Mandana Seyfeddinipur in ihrer Keynote auf, wie Globalisierung, Klimawandel, Urbanisierung und politische Unruhen zum Aussterben von Sprachen weltweit führen. Mandana Seyfeddinipur ist Linguistin und Direktorin des Endangered Languages Documentation Programme an der SOAS, University of London, das die Dokumentation von bedrohten Sprachen weltweit fördert. Als Expertin in den Bereichen des Sprachgebrauchs und der Multimodalität bildet sie Wissenschaftler aus, multimediale Sammlungen bedrohter Sprachen zu entwickeln.

Der Beitrag von Elisabeth Verhoeven, Juniorprofessorin am Institut für deutsche Sprache und Linguistik der Humboldt-Universität, beschäftigt sich mit Maya- und Chibchasprachen in Lateinamerika und berichtet von ihrer Analyse und Dokumentation dieser Sprachen. Tom Güldemann, Professor am Institut für Asien- und Afrika-Wissenschaften an der Humboldt-Universität, stellt in seinem Beitrag die Forschungssituation und Projekte im afrikanischen Raum vor und spricht zur Sprachdokumentation in Afrika. Im Fokus stehen dabei sogenannte Khoisansprachen, die sich durch besondere Laute von den Sprachen in ihrer Umgebung unterscheiden.

In dem sich anschließenden Panel zieht Mandana Seyfeddinipur, Elisabeth Verhoeven, Tom Güldemann, Oliver Gerlach und Gianni Belluscio ins Gespräch über Fragen der Verantwortung der Wissenschaft, der Dringlichkeit der Sprach- und Musikdokumentation und der Rolle von digitalen Technologien sowie Archiven in der Bewahrung des immateriellen Weltkulturerbes.

Konzert
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In einigen Dörfern Süditaliens begleitet die besondere Verbindung aus Musik und Klang des Arbëresh die Italogriechen und Italoalbaner noch immer zu bedeutenden Festen, während des Karnevals, zu Hochzeiten und Beerdigungen. Doch wie wird die Sprache weiterleben, da sie in der Schule nicht mehr unterrichtet wird?

Der Musikwissenschaftler Oliver Gerlach gibt einen Einblick in Sprache und Musik der Italoalbaner in Kalabrien und die Tradition der Kalimeret in der Gemeinde San Basile. Gianni Belluscio, Dialektforscher, Linguist, Phonetiker und Sänger, sowie Alberto Bellizzi und Samuel Bellizzi vermitteln in einem Lecture-Konzert einen Eindruck von dem Reichtum des Arbëresh.

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