Humboldt Forum
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© SHF / David von Becker
Kurz vor Mitternacht schwebt das Südseeboot ins Humboldt Forum. © SHF / David von Becker

2018 M05 29

Südseeboot schwebt ins Humboldt Forum

Das weltweit einzigartige Luf-Boot aus Ozeanien ist das erste Großobjekt der Staatlichen Museen zu Berlin, das nach einem nächtlichen Spezialtransport das Humboldt Forum erreicht hat.

Insgesamt ist das zukünftige Humboldt Forum im Berliner Schloss noch eine Baustelle. Die Bauarbeiten werden erst in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Das Boot musste aber wegen seiner schieren Größe schon jetzt in den zukünftigen Ausstellungssaal im 1. Obergeschoss eingebracht werden. Große Öffnungen von ca. 4 x 6m in zwei Wänden der monumentalen Eingangshalle sind extra für diesen Transport vorgesehen, die erst anschließend zugemauert werden.

Der Umzug

Das Luf-Boot verlässt die Museen Dahlem in einer 16m langen und 2,5m hohen Spezialkiste. © SHF / David von Becker
Kurz vor Mitternacht schwebt das Südseeboot ins Humboldt Forum. © SHF / David von Becker
Im Foyer wird die Kiste mit einer Spezialvorrichtung auf Höhe des 1. Obergeschosses gehoben. © SHF / David von Becker
Der nächtliche Umzug geht vorbei am Potsdamer Platz. © SHF / David von Becker
Monika Grütters, Hans-Dieter Hegner, Hermann Parzinger und Bernhard Wolter (Leiter Kommunikation Bau, zweiter von links) im Humboldt Forum. © SHF / David von Becker
Durch eine 4 x 6m große Öffnung in der Wand gelangt das Südseeboot in den Ausstellungssaal. © SHF / David von Becker

Das Boot ist verpackt in einer Transportkiste, die die beeindruckenden Maße von 16 Meter Länge, 2,50 Meter Höhe und 1,40 Meter Breite aufweist. Mit einem Spezialtransporter kam die Kiste über Nacht von Dahlem auf der Schlossbaustelle in Mitte an. Über ein speziell errichtetes Gerüst mit entsprechendem Hebezeug wurde das Boot dann in seiner Verpackung in die Halle gehievt. Dort bleibt es zunächst in seiner Kiste, bis nächstes Jahr die Arbeiten auf der Baustelle insgesamt abgeschlossen sind. Erst dann, wenn Staubfreiheit hergestellt ist und die Klimaanlage sowie der Brandschutz usw. funktionieren, können die Ausstellungen eingerichtet und aufgebaut werden und bis dahin muss das Boot in der Verpackung sicher auf der Baustelle gelagert werden.

Das Luf-Boot

Das Luf-Boot in der Ausstellung des Ethnologischen Museums in Berlin-Dahlem. Foto: © SPK / Stefan Müchler
Das Hochsee-Segelboot war 1966–2017 in der Dauerausstellung des Ethnologischen Museums in Berlin-Dahlem zu sehen. Foto: © SPK / photothek.net
Das Südseeboot stammt aus Para-Mikronesien, Bismarck-Archipel, von Insel Luf. Foto: © SPK / photothek.net
Luf-Boot aus Ozeanien

Das Boot von der Insel Luf hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde es 1890 auf einer der westlichen Inseln, die heute zum Staat Papua Neuguinea gehören. Mit solchen Booten fuhren die Männer von Luf im 19. Jahrhundert auf das offene Meer, trieben Handel und führten Krieg. Aber solche Zwecke erfüllte dieses Boot nie, denn aufgrund des Bevölkerungsrückgangs auf der Insel konnten die verbliebenen Männer es nicht zu Wasser lassen. Es blieb im Bootshaus, wo es 1903 Max Thiel für die Handelsfirma Hernsheim & Co sah und erwarb. Nach einem Zwischenstopp auf Matupi in Neubritannien gelangte es 1904 in das damalige Museum für Völkerkunde in Berlin.

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